Die Geschichten von Podgora

Die von Generation zu Generation weitergegebenen Geschichten von Podgora amüsierten einerseits die Einwohner und jagten andererseits kleinen Kindern Angst ein. Die Hauptdarsteller wohnen in der Dunkelheit der Höhlen und Gruben, in den versteckten Bergquellen und Talmulden. Feen, Heiducken und Räuber waren schon immer das Lieblingsthema bei abendlichen Zusammentreffen. Die Geschichten von Podgora tragen die gesamten Besonderheiten, Weisheiten und die Urtümlichkeit der einheimischen Bevölkerung in sich. Diese Geschichten und Legenden wurden oft durch die Natur, das Meer und das geheimnisvolle Biokovo-Gebirge inspiriert. An seinen Abhängen wurde eine endemische Muschelart – Medora – gefunden, die der Hotelmarke und dem Hotel Medora Auri ihren Namen verlieh. 

Die Geschichte von Biokovo-Feen

Die Legende besagt, dass in den alten Zeiten die Natur von Menschen sehr geschätzt wurde. Sie lebten im Einklang mit der Natur und brachten Opfer an Naturgötter, damit die Ernte gut ausfiel. Man glaubte, dass die Feen am Feld halfen, das Vieh fütterten und mit ihrem hellen Lachen und Gesang die bösen Geister vertrieben. Die Launenhaftigkeit der Menschen enttäuschte jedoch die Feen, die Hirten ließen ihre Schalmeien fallen, der Gesang wurde durch Schüsse ersetzt und die Menschen befehdeten sich miteinander. Aus diesem Grund sind die Feen verschwunden und heute nur noch in den Geschichten und Legenden anzutreffen. Manche glauben, dass die Feen immer noch in den Felswänden von Biokovo, Velebit, Mosor, Brist und Omiš weilen. Sie schweifen durch das Gebirge und verzaubern die Menschen mit ihrem Gesang.

Die Feen sind heute noch die Hüterinnen der Natur, es gibt sie aber immer weniger, weil die Menschen nicht mehr an sie glauben und die natürlichen Flächen, Wälder, Wiesen und Gebirgen immer mehr urbanisieren.

Einige glauben jedoch, dass die Feen immer noch im Naturpark Biokovo, der seit 1981 unter Schutz steht, anzutreffen sind, vor allem in der stillen Herbstdämmerung, wenn die Sonne die offene See Purpur erscheinen lässt.

Die Hirten von Podgora

Die Viehzucht war bis in die 1970-er Jahre einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in Podgora. Die örtlichen Hirten verbrachten zehn Monate im Jahr mit dem Vieh auf den wenigen Weideplätzen von Biokovo, denn das Vieh war für das Überleben der einheimischen Bevölkerung wichtig. Es lieferte Wolle für das Gewand sowie Milch, Butter und Käse als wichtige Nahrungsmittel. Noch heute kann man im Raum Podglogovik auf dem Biokovo-Gebirge Objekte des traditionellen Bauwesens vorfinden, die damals als vorübergehende Behausung für die Hirten während der Weidesaison dienten. Neben den Steinhütten kann man auch Trockenmauerwerke beobachten, die terrassenartig zum Meer hinabsteigen und verschiedene Oliven-, Reben-, Zitronen-, Orangen-, Mandarinen-, Mandeln-, Wallnuss- und Feigenplantagen und Johannisbrotbäume voneinander abgrenzen.

Die Eismänner von Podgora

Es mag etwas ungewöhnlich klingen, doch in dieser mediterranen Ortschaft wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein neuer Wirtschaftszweig gegründet: der Eishandel. Mit der Entwicklung des Tourismus wurde nämlich auch das touristische Angebot erweitert. Man musste die ersten Hotelpensionen und Restaurants mit Eis versorgen, und das in einer Zeit, in der es keinen Storm und keine Kühlschränke gab. Gerade diese Nachfrage erschuf das Eis-Angebot, das glücklicherweise auf dem Biokovo-Gebirge, und zwar über 1300m Höhe, in tiefen, im ewigen Eis vergessenen Gruben und Kluften vorhanden war. Dies war ein ziemlich riskantes Unterfangen, das vor allem Kraft, Geschwindigkeit und Wendigkeit voraussetzte, denn das Eis schmolz sehr schnell und die Esel, die man zum Eistransport einsetzte, konnten sehr launisch werden.

Die Geschichte von Hl. Vinzenz

Der Hl. Vinzenz ist der Schutzpatron von Podgora. Man weiß nicht viel über sein Leben, außer, dass er ein römischer Soldat war und lieber sein Leben gelassen hatte, als sein Gewissen, sein Charakter und seine Treue gegenüber dem Erlöser zu verraten. Die Geschichte fängt im Jahr 1790 an, als der Papst Pius VI die Knochen des Hl. Vinzenz dem Domherr von Makarska, Ivan Josip Pavlović, schenkte. Nach seinem Tod hat sein Bruder don Grgur Pavlović, ebenfalls ein Domherr, die Knochen an seinen Kollegen don Lovro Pavlinović weiterverschenkt. Seit dem Jahr 1831 befindet sich die letzte Ruhestäte des Hl. Vinzenz in Podgora, in der Allerheiligenkirche.

Die Einwohner von Podgora haben den Hl. Vinzenz kurz danach zum Schutzpatronen erkoren. Seitdem werden religiöse Feste am Gedenktag des Hl. Vinzenz, am ersten Sonntag nach Maria Himmelfahrt, veranstaltet. Kurz darauf hat man Pilger aus verschiedenen Regionen beobachtet und der Festtag wuchs weiter. Im Jahr 1900 erklärte Bischof Nakić, dass das Fest nun drei Tage andauern soll und dieser Brauch wurde bis heute beibehalten. Die Allerheiligenkirche ist heute, sowohl historisch als auch kulturell, die wertvollste Kirche in Podgora und eine der monumentalsten spätbarocken Kirchen Dalmatiens.

Die Volkstracht von Podgora

Die Volkstracht von Podgora

Jede Frau in Podgora verfügte einst über eine alltägliche Tracht und eine Festtagstracht. Trotz der Armut besaßen die einheimischen Frauen kostbare Schmuckstücke aus Gold und Korallen, was als Sparmaßnahme für den Fall eines Kriegs oder einer natürlichen Katastrophen zu betrachten war, denn der Schmuck ist, bei Bedarf, schnell und einfach mitzunehmen. Die Tracht an sich war vielschichtig, sodass sie verschiedenen Anlässen und Jahreszeiten einfach angepasst werden konnte. Sowohl Männer als auch Frauen trugen „Opanke“ aus Leder. Sie hatten jeweils zwei Paar – ein Paar für die kältere, windige Tage und ein Paar für die Sommermonate.

Die Glückspassage

Die Glückspassage in dalmatien

Bis zu dem großen Erdbeben im Jahr 1962 erstreckte sich über die Straße im Raum Sutikla ein von Erde und Baumstämmen bedeckter Felsenbogen, den die Einheimischen die Glückspassage („Prolaz sriće“) nannten. Das beliebte und wiedererkennbare Wahrzeichen Podgoras wurde bei dem Erdbeben leider zerstört. Übrig geblieben ist jedoch die „Glücksstraße“, die sich unter dem Bogen erstreckte und die man heute noch besuchen kann, um ein Stück „Glück“ zu pflücken. Auf den alten Fotos von Podgora ist die Passage, diese einzigartige natürliche Konfiguration, noch immer zu sehen.

Auf der „Glückspassage“ und der „Glücksstraße“ befindet sich ebenfalls ein in Podgora gefundener antiker Grabstein, Stella. Obwohl die Zeit ihre Spuren hinterlassen hat, sind das abgebildete römische Ehepaar und der Name des Mannes noch immer zu erkennen. Der Name lautet Felex – zu Deutsch: der Glückliche.

Batoševo guvno

Batoševo guvno

Vor dem Erdbeben im Jahr 1962 und dem Umzug der Einheimischen an den Küstenstreifen war es Brauch, dass sich die Menschen nach einem schwierigen Arbeitstag auf dem Feld oder am Meer am Nachmittag bei „Guvno“ trafen und über aktuelle Themen diskutierten. Guvno ist die Bezeichnung für einen platzähnlichen Raum, welcher in fast allen Dörfern in Dalmatien und Imotska krajina zu finden war. Es ist ein runder, gemauerter und von Steinen gepflasterter Platz im Zentrum des Dorfes. Die Einheimischen nahmen im Kreise Platz, plauderten, sangen häufig auch Ganga, Jugendliche tanzten, Kinder hüpften herum und die Ältesten trafen wichtige Entscheidungen. Jedes Dorf hatte mindestens einen oder mehrere solche Plätze, je nach Einwohnerzahl und Größe des Dorfes. Bis zum Erdbeben war der wichtigste Treffpunkt in Podgora das sogenannte „Batoševo guvno“ oder einfach Guvno, ein kleines Plateau mit Steinbänken und einem Brunnen im Zentrum der Ortschaft, das einen wunderschönen Blick über die offene See bot.

Die Legende von Tekla

Der Legende nach war Tekla eine junge Frau, die auf einem Segelschiff starb. Ihr trauriger Vater wollte seine einzige Tochter nicht dem Meer überlassen, wie es  nach den Seemannsbräuchen üblich war. In der Nähe von Podgora erblickte er dann ein abstehendes Kap, dessen Form ihn an ein Schiff erinnerte, und die umgebenden Zypressen ähnelten einem Segel. Er entschied, dass dies die letzte Ruhestätte seiner Tochter werden sollte, und das Grab der Hl. Tekla wird für das erste Grab auf diesem Kap gehalten. Aus diesem Grund trägt es ihren Namen: das Kap der Hl. Tekla.

Wasserquellen

Wasserquellen

Podgora verfügt über zahlreiche Wasserquellen. Das Wasser ist klar, kalt und von ausgezeichneter Qualität. Eine genaue Anzahl an Quellen und Bächen in dem Gebiet von Podgora ist nicht bekannt, man weiß aber bereits, dass diese in der ersten Hälfte des 20. Jh. sogar 24 Mühlen betrieben. In einigen Werken wird behauptet, dass Podgora mehr als 77 Wasserquellen hatte. Die Quellen Smokvica und Kržanići, einige der Brunnen bzw. öffentlichen Wasserquellen in Podgora, wurden im Jahr 1898 gebaut und im Jahr 2015 restauriert. 

Die Kupfermünzen

Vieles erinnert an die Herrschaft der Republik Venedig über Dalmatien, vor allem aber die Kupfermünzen mit der Inschrift Dalma et Alba (Dalmatien und Albanien). Diese wurden im 17. und 18. Jahrhundert für den dalmatinischen und den Raum der heutigen Bucht von Kotor angefertigt. Die 1- und 2-Soldi Münzen (Gazetta) können heute noch beim Graben oder Hausrestaurieren gefunden werden. Die Währung „Soldi“ wird in der einheimischen Bevölkerung bis heute als die lokale Bezeichnung für Geld verwendet.  

Der Grund, warum man so viele Münzen im Boden finden konnte bzw. kann, liegt in einem alten Aberglauben, der bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts erhalten blieb. Man glaubte nämlich, dass das errichtete Haus lange halten würde, wenn man ein paar Kupfermünzen unter der Türschwelle begräbt. Dank diesem Brauch haben sich viele venezianischen Soldi und Gazetten bis heute erhalten.

Rekonstruktion des vorhandenen Hotels und Anbau zusätzlicher Inhalte