Die Geschichte von Podgora

Die Geschichte von Podgora

Podgora wurde im Jahr 1571 zum ersten Mal als einer der Orte erwähnt, den die Republik Venedig, nach der Niederlage Osmanischen Reichs in der Seeschlacht von Lepanto unter ihren Schutz nahm. Die Überreste eines Friedhofs mit erhaltenen Grabsteinen, die neben der Kirche der Hl. Thekla zu sehen sind, sind auf diese Zeit zurückzuführen. Dank ihrer guten geografischen Lage wurde Podgora jedoch bereits in der Urgeschichte, Antike und im Mittelalter besiedelt. Davon zeugen gefundene römische Keramikstücke, Münzen, Amphoren, Wappen, Denkmäler, Türme und Bauten.


Der Name Podgora bedeutet „eine Ortschaft unter dem Berg“. Der Begriff „podgora“ bezeichnet einen schmalen, buchtigen Küstenstreifen, der parallel mit dem Biokovo-Hang verläuft und sich zwischen dem Kap Dračevac (Kamena) im Nordwesten und der Klokun-Bucht im Südosten erstreckt. Während man hier gegen die Türken kämpfte, hat man mehrere Verteidigungstürme errichten lassen und Podgora wurde zu dieser Zeit Kaštel (Castello) Podgora genannt. 


Im Laufe der Geschichte und aufgrund der häufigen Angriffe von Heiducken und Räubern mussten die Einwohner von Podgora Schutz in dem mächtigen Biokovo-Gebirge suchen, das über die gesamte Makarska Riviera wacht. Gornja Podgora (Oberes Podgora) war also bis in die 1960er Jahre und bis zum schweren Erdbeben bewohnt. Erst danach hat sich das Leben fast komplett unmittelbar ans Meer verlagert.


Die Küste von Podgora ist etwa 5,5 km lang. Die Ortschaft besteht aus zwei Teilen: Gornja (Altes) Podgora und Donja Podgora (Unteres Podgora), die größtenteils nach dem Erdbeben 1962 erbaut wurde, als auch eine bedeutende Entwicklung im Tourismusbereich verzeichnet wurde. Heute ist Podgora eines der am meisten besuchten Touristenziele in Dalmatien und an Makarska Riviera und der im Juli 2016 eröffnete Hotelkomplex Medora Auri ist ein idealer Ausgangspunkt für die Erkundung der atemberaubenden Adriaküste.

Das Erbe der Urgeschichte 

Troje gomile 

Troje gomile

Troje gomile (Drei Stapel) ist der Name einer urgeschichtlichen Lokalität in Podgora, die vier Grabhügel umfasst. Ein Grabhügel ist eine Erd- oder Steinaufschüttung, unter der sich Grabstätten bedeutender Persönlichkeiten befinden, wobei sie auch als Beobachtungsposten genutzt wurden. Die ersten drei Grabhügel wurden teilweise und der vierte Grabhügel komplett ausgegraben, sodass in der Mitte des Grabhügels die Überreste eines urgeschichtlichen Grabs zu sehen sind. Troje gomile befinden sich neben dem Denkmal des„Möwenflügels“ (Galebovo krilo), oberhalb von Podgora.

Geschichtliche sakrale Objekte

Etwa zwanzig Kirchen und Kapellen in dem Gebiet von Podgora zeugen von einer langen religiösen Tradition und einer großen Verbindung zwischen dem Menschen und seinem Glauben an Gottesschutz und die geistige Kraft. Diese wurden in Form von sakralen Objekten verewigt, die von katholischen Heiligen geehrt und in denen anläßlich verschiedener Festtage Messen abgehalten werden. Heute stellen sie interessante geschichtliche Artefakte dar, während in einigen davon immer noch Gottesdienste abgehalten werden.

Kirche der Hl. Thekla aus dem 17 Jh.

Kirche

Diese Kirche wurde erstmals 1630 erwähnt und wurde an der Stelle der mittelalterlichen Lokalität Sutikla errichtet. Neben der Kirche befindet sich ein kleiner Friedhof mit Denkmälern und Grabsteinen aus dem Mittelalter. Die Kirche stürzte bei dem Erdbeben 1962 ein, wurde jedoch Ende des 20 Jh. restauriert. In der Kirche stehen zwei Altare: ein orthodoxer und ein katholischer, da hier gleichzeitig orthodoxe und katholische Priester ihre Gottesdienste abgehalten hatten. Auf den vier Platten vor der Kirche werden jeweils ein Schild und ein Schwert präsentiert, was auf das Grab einer Familie aus dem niederen Adel schließen lässt.

Neben der Kirche befindet sich auch das Denkmal zu Ehren von don Mihovilo Pavlinović, einem bedeutenden Priester, Politiker und Schriftsteller, der als einer der Gründer und Führer der Volkspartei (Narodna stranka) und der Kroatischen Wiedergeburt in Dalmatien bekannt ist. Die Skulptur wurde von dem kroatischen Bildhauer Ivan Rendić angefertigt und am 17. Mai 1908, anlässlich des 20. Todestages von Mihovilo Pavlinović, enthüllt. Das Aussehen des Friedhofs vor der Kirche wurde im 20. Jahrhundert stark verändert, vor allem durch den Abriß der Friedhofmauer und die Errichtung zusätzlicher Ruhestätten. Während des schweren Erdbebens 1962 stürzte ein Teil des Kap-Sutikla ein, was zu einem veränderten Aussehen des Kaps führte. Dies ist vor allem in der eingestürzten Naturattraktion „Die Glückspassage“ („Prolaz sreće“) ersichtlich.

Die Kirche des Hl. Rochus aus dem 17. Jh.

Die Kirche des Hl. Rochus aus dem 17. Jh.

Die Kirche wurde erstmals im Jahr 1672 erwähnt. Es wird behauptet, dass der Raum vor der Kirche als Friedhof für die an Pest gestorbenen Einwohner diente. Es gibt eine interessante Geschichte aus dem Ersten Weltkrieg: Während des Krieges haben die feindlichen Soldaten den heute nicht mehr vorhandenen Kirchturm zum Abschuß von Kanonenkugeln verwendet. In der Kirche wurden bis zur Mitte des vergangenen Jahrhunderts am Tag des Heiligen Rochus regelmäßig Messen abgehalten. Nach dem Erdbeben von 1962 war die Kirche stark beschädigt.  

Allerheiligenkirche aus dem 18. Jh.

Allerheiligenkirche

Die im Jahr 1764 errichtete Kirche mit Glockenturm war bis zur Mitte des vergangenen Jahrhunderts das Zentrum des geistigen Lebens von Podgora. Die Kirche ist für ihren Altar des Hl. Vinzenz, des Schutzpatrons der Gemeinde Podgora, bekannt. Der Altar beinhaltet erhaltene Reliquien des Hl. Vinzenz. Am ersten Samstag im August, auf den Gedenktag des Hl. Vinzenz, wird in dieser Kirche traditionell eine Messe abgehalten. An diesem Tag wird in Podgora ein religiöses Volksfest veranstaltet, das Gläubige und Pilger aus Dalmatien und anderen Teilen Kroatiens, aber auch aus dem Nachbarland Bosnien und Herzegowina nach Podgora führt.

Die Kirche des Hl. Liborius aus dem 18. Jh.

Die Kirche des Hl. Liborius aus dem 18. Jh.

Diese Kirche wurde an der Stelle der alten Allerheiligen-Pfarrkirche bzw. ein paar Meter östlich davon errichtet. Sie trägt den Namen des Hl. Liborius, eines langlebigen Bischofs von Le Mans. Bis in die 1960er Jahre wurden in der Kirche auf den Gedenktag des Hl. Liborius Messen abgehalten. Diese Tradition starb nach dem Erdbeben von 1962 aus, als die Kirche signifikant beschädigt wurde. Archäologische Forschungen aus dem Jahr 1991 haben das Bestehen einer älteren Architektur unter und neben der Kirche des Hl. Liborius bestätigt. Diese gehört zu den Überresten der ersten Allerheiligenkirche aus dem 17. Jh. 

Die Kapelle des Hl. Herz-Jesu aus dem 19. Jh.

Die Kapelle wurde 1804 von der Familie Mrkušić gebaut. Die Familie hat dort auch gewohnt und man fand die Überreste ihrer barocken Sommerresidenz bzw. nur das Portal. Diese adlige Familie kam nach Podgora aus dem Osten Bosniens und hinterließ hier zahlreiche wertvolle kulturhistorische Artefakte, angefangen mit dem Familienwappen „Non minor ceteris“, bis hin zu verschiedenen historischen Objekten, die heute beliebte Touristenziele sind. Die Kapelle des Hl. Herz-Jesu blieb im Erdbeben 1962 weitestgehend von größeren Schädien verschont, was bei anderen Bauten in dieser Region nicht der Fall war. Daher wurde sie eine Zeit lang als Pfarrkirche verwendet. Heutzutage werden Messen sonntags in den Nachmittagsstunden sowie am Feiertag des Heiligen Herz-Jesu abgehalten.

Die Leuchtturm-Kapelle Ijak

Die Leuchtturm-Kapelle Ijak

Das kleine Bauwerk aus Stein, das auf einer kleinen Insel nur wenige Meter von der Küste entfernt gebaut wurde, hatte eine Doppelfunktion: es diente als Leuchtturm für alte Matrosen und Fischer von Podgora, und gleichzeitig als Kapelle zu Ehren der Heiligen Jungfrau Maria und des Hl. Nikolaus, dem Beschützer der Seemänner und Reisenden. Nicht einmal die ältesten Einwohner können sich erinnern, wann die kleine Leuchtturm-Kapelle erbaut wurde. In einigen Werken wird behauptet, dies sei einer der ältesten erhaltenen Leuchttürme im Mittelmeerraum. 

Historische Militärbauten

Roščića kula – der Turm aus dem 17. Jh. 

Historische Militärbauten

Im oberen Teil der Ortschaft Podgora, in den Dörfern Rošćići und Marinovići, wurden im 17. und 18. Jahrhundert Türme zur Verteidigung vor den türkischen Angreifern gebaut. Der Turm Roščića kula befindet sich östlich des Weges, der die Straße mit dem Dorfzentrum verbindet. Während des Erbebens von 1962 hat Roščića kula Schaden davon getragen und ist heute nur teilweise erhalten. Der Turmgrundriss ist viereckig, die nördliche und die westliche Mauer sind bis zum ersten Stock erhalten, während der südöstliche Teil zerstört wurde. Im ersten Stock der nördlichen Mauer befindet sich eine viereckige Schießscharte.

Die Rolle des Meeres

Tourismus

In der langen Geschichte von Podgora, von der Antike bis zur heutigen Zeit, spielte das Meer eine unerlässliche Rolle im Leben der Einwohner, die mit und von ihm lebten. Fischerei, Seewesen und neuerdings auch Tourismus haben in der Vergangenheit, prägten in einer perfekten Symbiose aus Mensch und Meer, das Temperament der Einwohner und bewegten viele Generationen zum Bleiben. Die Stadtkerne wurden um den örtlichen Hafen gebaut, der heute noch voller Fischerboote ist.

Zu Ehren der Gründung der Partisanen-Kriegsflotte wurde im Jahr 1962 das Denkmal des Möwenflügels errichtet. Das Denkmal ist ein Werk des Architekten Rajko Radović und dominiert den Hügel oberhalb von Podgora, der einen traumhaften Blick über die Ortschaft, die offene See und die Inseln bietet. Der gestreckte Flügel des Denkmals symbolisiert den Aufstieg zum Sieg, während der gebrochene Flügel an die gefallenen Matrosen und den Freiheitskampf erinnert.

Rekonstruktion des vorhandenen Hotels und Anbau zusätzlicher Inhalte